FDA Magazin

Arbeitszeugnis – Was Sie wissen müssen

Donnerstag, 11.Juli 2019

Arbeitszeugnis – Was Sie wissen müssen

Ist ein Arbeitszeugnis heute überhaupt noch wichtig und zeitgemäss?

Ja. Arbeitszeugnisse mögen heute vielleicht nicht mehr ganz den gleichen Stellenwert haben, den sie früher hatten. Aber man kann sagen, sie sind immer noch eine Standardbeilage in jedem Bewerbungsdossier. Natürlich sind die Arbeitgeber heute auch willens und bereit, auf Google die Job-Kandidaten zu suchen sowie mündliche Referenzen der ehemaligen Arbeitgeber einzuholen.

Wer hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Man kann auch ein sogenanntes Zwischenzeugnis jederzeit und grundlos vom Arbeitgeber verlangen. Ein Schlusszeugnis – naturgemäss – natürlich erst am Schluss des Arbeitsverhältnisses. Was noch zu beachte ist in diesem Zusammenhang ist, dass Zeugnisse nur auf Verlangen der Arbeitnehmer ausgestellt werden müssen. Aber es ist Praxis, dass gute Arbeitgeber ein solches am Ende des Arbeitsverhältnisses von sich aus verfassen.

Wenn ich es verpasst habe, von meinem ehemaligen Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis zu verlangen: wie lange kann ich nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch ein solches noch verlangen?

Das mag vielleicht den einen oder die andere überraschen. Man kann ein Arbeitszeugnis bis 10 Jahre nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses vom ehemaligen Arbeitgeber verlangen. Wenn Sie es also z.B. bei einem Wohnungswechsel verloren haben, können Sie vom ehemaligen Arbeitgeber während 10 Jahren nach der Kündigung ein Ersatzzeugnis verlangen.

Der Inhalt gibt ebenfalls immer wieder Anlass zu Diskussionen. Was muss ein korrektes Arbeitszeugnis denn wirklich alles enthalten?

Das Gesetz sieht vor, dass ein Zeugnis sich über die Art und die Dauer eines Arbeitsverhältnisses äussern muss. Aber auch über die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers respektive der Arbeitnehmerin. Insbesondere bei der Leistung und dem Verhalten ist dabei das Konfliktpotenzial vorprogrammiert. Ein Zeugnis soll «wohlwollend» sein, aber es muss auch wahr sein. Das ist natürlich ein Konflikt in sich. In der Praxis führt das oft dazu, dass es lange Diskussionen gibt. Wobei manchmal die Arbeitgeber zu faul sind, um lange Diskussionen zu führen, und daher tendenziell eher zu gute Bewertungen ausstellen. Wenn Sie jetzt aber der Meinung sind, dass ein für Sie negativer Vorfall zu prominent in Ihrem Arbeitszeugnis aufgeführt ist, dann können Sie selbstverständlich versuchen, dies mit Ihrem Arbeitgeber zu diskutieren und eine Abänderung des Wortlauts zu erwirken. Wenn sich die Parteien nach langer Diskussion aber nicht einigen können, bleibt oftmals nur noch der Gang vor das Arbeitsgericht, was in der Praxis sehr oft vorkommt.

Ab wann ist die Unterstützung durch einen Anwalt oder eine Anwältin ratsam?

Es empfiehlt sich, rechtzeitig die Hilfe einer Anwältin oder eines Anwalts beizuziehen, da so Nerven, Zeit und Geld gespart werden können. Der Gang vor das Arbeitsgericht ist aufwändig und für viele mental belastend. Wenn man sich also dank der Hilfe eines Spezialisten aussergerichtlich mit dem ehemaligen Arbeitgeber über ein korrektes Arbeitszeugnis einigen kann, ist dies für alle Parteien von Vorteil.

Haben Sie eine Frage zu Ihrem Arbeitszeugnis? Sie können diese jederzeit kostenlos auf FragDenAnwalt.ch stellen. Ein spezialisierter Anwalt oder eine spezialisierte Anwältin gibt Ihnen kostenlos und unverbindlich eine Einschätzung ab über Ihre Chancen und Risiken. Starten Sie jetzt.

Ähnliche Beiträge

Für die Benutzung dieser Website sind Cookies nötig. Impressum und Datenschutz