Fristlose Kündigung im Arbeitsrecht - die finanziellen Folgen
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Die fristlose Kündigung im Arbeitsrecht – welche finanziellen Folgen drohen?

Montag, 05.Februar 2018
Die fristlose Kündigung im Arbeitsrecht – welche finanziellen Folgen drohen?

Die fristlose Kündigung im Arbeitsrecht – welche finanziellen Folgen drohen?

Die fristlose Kündigung hat im Arbeitsrecht einen ganz besonderen Charakter. Hier endet das Arbeitsverhältnis rechtlich auf den Punkt mit Aussprache der Kündigung, etwaige Freistellungsfristen wie bei der ordnungsgemäßen Kündigung gibt es nicht. Nur in Ausnahmefällen sieht der Gesetzgeber diese harte, sanktionierende Beendigung eines Arbeitsverhältnisses vor. Entsprechend häufig finden sich die Beteiligten vor Gericht wieder und streiten über die Wirksamkeit dieser fristlosen Kündigung. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können unter bestimmten Voraussetzungen das Arbeitsverhältnis abrupt beenden. Jeder fristlosen Kündigung liegt als erste Voraussetzung ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis zugrunde, somit geht es bei fristlosen Kündigungen regelmässig um verhaltensbedingte Kündigungen. Vertrauen spielt gerade in einem Dauerschuldverhältnis wie einem Arbeitsverhältnis eine überragend wichtige Rolle. Man hüte sich davor, leichtfertig eine fristlose Kündigung auszusprechen, Schadensersatzforderungen sind hier immer im Raum. Dies gilt im Übrigen auch für ein vertrauensschädigendes Verhalten, das zu einer gerechtfertigten fristlosen Beendigung des Arbeitsverhältnisses führt. Arbeitnehmer riskieren hier neben dem Verlust ihres Arbeitsplatzes ebenfalls Schadensersatzforderungen seitens des Arbeitgebers.

Fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber

Ist ihm eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar, kann der Arbeitgeber bei Vorliegen eines wichtigen Grundes dem Arbeitnehmer fristlos kündigen. Formal muss die Kündigung schriftlich begründet werden, wenn der Arbeitnehmer dies fordert. Ausserdem muss ihr im Regelfall eine schriftliche Verwarnung vorausgehen. Diese Verwarnung rügt ein entsprechendes Verhalten mit der Massgabe, dass eine Wiederholung zur fristlosen Kündigung führt. Wiederholt sich das Verhalten in der Folge tatsächlich, muss innerhalb von 2-3 Tagen fristlos gekündigt werden, da sonst die Verwarnung ihre rechtliche Gültigkeit einbüssen kann. Inhaltlich füllt die nach Treu und Glauben unzumutbare Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses den unbestimmten Rechtsbegriff des wichtigen Grundes aus. Insbesondere deliktisches Verhalten wie Diebstahl und Betrug, aber auch Beleidigungen oder Tätlichkeiten greifen das Vertrauensverhältnis an. Sie stellen einen wichtigen Grund zur sofortigen Beendigung eines Arbeitsverhältnisses dar. Entscheidend sind immer die Umstände des Einzelfalls. Die Bedeutung von Pflichtverletzungen und Schlechterfüllung im Arbeitsverhältnis ist häufig nicht so einfach zu beurteilen wie strafrechtlich relevante Verfehlungen. Für eine fristlose Kündigung muss hier eine gewisse Schwere der Verfehlungen erreicht sein. Besonders bei der Schlechterfüllung sind die Anforderungen sehr hoch, einmaliges Versagen reicht nicht aus, und es muss auch stets das subjektiv Mögliche des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Fehlen im individuellen Fall dem Arbeitnehmer bestimmte Voraussetzungen, die an ihn gestellten Anforderungen erfüllen zu können, kann man ihm dies unter Umständen nicht vorwerfen.

Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer

Auch der Arbeitnehmer kann fristlos kündigen, wichtige Gründe können hier etwa in schwerwiegenden Pflichtverletzungen auf Arbeitgeberseite liegen. Ein Beispiel ist eine längerfristige Nichtzahlung von Lohn. Auch darf selbstverständlich der Arbeitgeber nicht beleidigend oder ausfallend gegenüber dem Arbeitnehmer auftreten. Ein Arbeitnehmer muss seine Kündigung allerdings ebenfalls deutlich aussprechen. Bleibt er einfach der Arbeit fern und meint somit, faktische Tatsachen zu schaffen, riskiert er einen 30 prozentigen Einbehalt von Lohn als Schadensersatzforderung durch den Arbeitgeber sowie eine arbeitgeberseitige Kündigung mit entsprechenden Folgen.

Mögliche Folgeansprüche nach einer fristlosen Kündigung

Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird nur in seltenen Fällen von den Beteiligten einfach so klaglos hingenommen. Immer steht die Frage der Wirksamkeit der fristlosen Kündigung zur Debatte, und meist geht es um Folgeansprüche in Form von Zahlungsverpflichtungen.

Geht der Arbeitnehmer erfolgreich vor Gericht gegen die fristlose Kündigung vor, können auf den Arbeitgeber Zahlungsansprüche in Höhe von 6 Monatslöhnen neben der Lohnfortzahlung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist zukommen.

Der Arbeitgeber seinerseits kann bei einer wirksamen fristlosen Kündigung den Arbeitnehmer auf Zahlung von entgangenem Gewinn oder von Kosten für die Beschaffung eines Ersatz-Mitarbeiters in Anspruch nehmen.

Eine wirksame und gerechtfertigte fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer führt ebenfalls zu Ansprüchen auf Ersatz des entgangenen Gewinns sowie auf Ersatz von Verdienstausfall abzüglich Einsparungen.

Fristlose Kündigung – besser zum Experten

Wer als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung aussprechen möchte respektive eine solche erhalten hat, sollte sich angesichts der möglichen, vor allem finanziellen Folgen rechtzeitig rechtlich beraten lassen. Wir bieten eine Vielzahl juristischer Leistungen auf Fixpreisbasis an. Wählen Sie einfach eine(n) unserer erfahrenen, auf arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen spezialisierten Anwältinnen und Anwälte aus (alles Mitglieder des Schweizerischen Anwaltsverbandes SAV) und erfahren Sie so, welche Rechte und Ansprüche Ihnen zustehen.

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