Erbvorbezug - was man wissen sollt zum Thema Erbvorbezug
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Erbvorbezug – was man dazu wissen sollte

Montag, 26.Februar 2018
Erbvorbezug – was man dazu wissen sollte

 

Mit einem Erbvorbezug wird schon zu Lebzeiten auf freiwilliger Basis ein Teil des Erbes ausgezahlt. Die Grenzen zur Schenkung und zu einem Darlehen können fliessend sein. Viele Erben begegnen Erbvorbezügen mit Misstrauen und Unsicherheiten. Sie wissen nicht genau, wie es sich mit diesem vorgezogenen Erbe beim späteren Eintritt des Erbfalls verhält. Es kommt auch häufig vor, dass einzelne der potentiellen Erben beim Erbvorbezug gegenüber anderen Erbberechtigten scheinbar bevorzugt werden. Dies ist dann aber nicht zwingend gesetzeswidrig, führt aber regelmässig zu rechtlichen Unsicherheiten. Schliesslich sind sich Erblasser häufig unsicher, wie ein entsprechender Erbvorbezug formal zu gestalten ist, um rechtlich korrekt und möglichst eindeutig zu sein.

 

Erbvorbezug – eine freiwillige Gabe mit und ohne Ausgleichsanspruch

Erbvorbezüge können nicht gerichtlich eingefordert werden und Pflichtteilsansprüche bestehen nicht. Wenn ein Erblasser einer Person vor dem Erbfall einen Erbteil zukommen lässt, ist das eine freiwillige Leistung. Es handelt sich um eine Art Akontozahlung auf das Erbe, die allerdings nicht mehr zurückgefordert werden kann, wenn sie einmal vollzogen wurde. Gleichermassen kann der zukünftige Erblasser aber bestimmen, ob im Erbfall der Empfänger des Erbvorbezuges anderen Erben einen Ausgleich zahlen muss oder nicht. Der Erbvorbezug darf nur nicht dazu führen, dass der Pflichtteilsanspruch von Erben beim Eintritt des Erbfalls durch die vorzeitige geleistete Zahlung beschnitten wird.

Erbvorbezug – besser mit schriftlicher Vereinbarung

Häufig kommt es durch Erbvorbezüge zu Auseinandersetzungen zwischen potentiellen Erben. Wenn etwa nur ein Geschwisterteil in den Genuss einer solchen vorzeitigen Erbauszahlung kommt, fühlen sich andere schnell benachteiligt. Umsichtige Erblasser legen die Grundsätze eines Erbvorbezuges deshalb detailliert schriftlich fest und informieren auch die weiteren Erben formal dazu. Soll niemand benachteiligt werden, werden in einer solchen schriftlichen Vereinbarung die Ausgleichsansprüche der anderen Erben beim Erbfall exakt geregelt.

Erbvorbezug – weder Darlehen, noch Schenkung

Wenn ein potentieller Erblasser einem seiner potentiellen Erben einen Vermögenswert zuwendet und dabei sich nicht zu einer vorzeitigen Erbauszahlung äussert, ist von einer Schenkung auszugehen. Der Klarheit halber sollte der Erblasser in diesem Fall bestimmen, dass die Schenkung nicht auf das spätere Erbe anzurechnen sei. Erbvorbezüge sind keine Darlehen. Unbefristete Darlehen können im Gegensatz zum Erbvorbezug mit sechswöchiger Frist gekündigt werden. Man kann im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Erblasser und Darlehensnehmer Darlehen später in einen Erbvorbezug umwandeln.

Erbvorbezug – manche Leistungen sind streitig

Welche Formen Erbvorbezüge annehmen können, ist nicht immer unstreitig. Gegenstand gerichtlicher Verfahren war etwa die Frage, ob das Wohnen zu einem niedrigen Mietzins als Erbvorbezug anzusehen sei. Auch der Kauf einer Immobilie zu einem unter dem üblichen Marktpreis liegenden Preis oder eine spätere Wertsteigerung der Immobilie bis zum Erbfall kann im Rahmen der gesamten Erbauseinandersetzung zu Ausgleichsansprüchen führen. In diesen Fällen empfehlen sich noch zu Lebzeiten deutliche Vereinbarungen seitens des Erblassers.

Erbvorbezug – Steuern und Sozialleistungen

Steuerlich können Erbvorbezüge das Vermögen und damit die Vermögensteuer erhöhen. Wer fast sein gesamtes Vermögen schon zu Lebzeiten weggibt, kann den Anspruch auf Ergänzungsleistungen verlieren. Dafür können etwa vermögende Kinder zu Unterstützungsleistungen herangezogen werden. Erbvorbezüge gehören im Übrigen nicht zu den Vermögenswerten, die nach einer Scheidung mit ehemaligen Ehegatten und/oder Kindern geteilt werden muss.

Erbvorbezug – Abgrenzung zu besonderen Formen der Schenkung

Eine Schenkung wird regelmässig definiert als lebzeitige und unentgeltliche Zuwendung von Vermögenswerten. Schenkungen werden daher normalerweise nicht auf den Erbfall angerechnet. Der Erbvorbezug kann auch als ganz spezielle Form der Schenkung angesehen werden. Regelmäßig handelt es sich um eine unentgeltliche Zuwendung, die sich der Empfänger auf seinen Erbteil anrechnen lassen muss.

In besonderen Fällen überlappen sich Schenkungen und Erbvorbezüge. Ist die Schenkung als Unterstützung zur Existenzbegründung, der Sicherung oder Verbesserung der Existenz anzusehen, spricht man von einem Ausstattungscharakter der Schenkung. Hier nun wird im Erbfall die Schenkung wie ein Erbvorbezug behandelt. Es findet eine Anrechnung dieser Schenkung auf das Erbe statt.

Erbvorbezug – im Zweifelsfall mit anwaltlicher Beratung

Um Auseinandersetzungen beim Erbfall zu vermeiden, empfiehlt es sich, Erbvorbezüge und deren rechtliche Folgen mit kompetenter rechtlicher Unterstützung gestalten zu lassen. Unsere Fixpreise für verschiedene Leistungen erleichtern Ihnen die Übersicht und geben Ihnen finanzielle Transparenz. Sie wissen zu jedem Zeitpunkt genau, was Sie für wieviel Geld erhalten.

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