Scheidung und Scheidungsfolgen

Dienstag, 11.Juli 2017
Scheidung und Scheidungsfolgen

Scheidung und Scheidungsfolgen können das Leben von Ehegatten über Jahre hinweg massiv einschränken und prägen. Nicht nur in emotionaler Hinsicht. Insbesondere zieht die Scheidung auch gravierende Folgen finanzieller Art nach sich. Einige Stichworte: Alimente / Unterhaltszahlungen, Sorgerecht für die Kinder, Besuchsrecht, güterrechtliche Auseinandersetzung. Dies nur als kleine Auswahl.

Was ist eine Scheidung?

Mit der Scheidung wird die offizielle und rechtlich wirksame Beendigung einer Ehe vollzogen. Mit dieser Auflösung der Ehe sind sogenannte Scheidungsfolgen verbunden.

Je nachdem, ob die Scheidung durch die Ehepartner einvernehmlich gewünscht wird oder nicht, unterscheidet man zwei verschiedene Arten des Scheidungsverfahrens, die entweder mit einer Scheidungskonvention oder durch gerichtliches Urteil enden.

Scheidung auf gemeinsames Begehren

Mit der Scheidung auf gemeinsames Begehren im Sinne von Art. 111 ZGB einigen sich die beiden Ehegatten einvernehmlich über die Scheidung und idealerweise auch über die Scheidungsfolgen in einer Scheidungskonvention. Das Gericht genehmigt in diesem Fall diesen Vertrag zwischen den scheidungswilligen Ehepartnern. Eine Scheidung wird in dieser Konstellation einfacher, schneller und führt zu grosser Akzeptanz.

Exkurs: Die Scheidungskonvention

Durch Abschluss einer Scheidungskonvention ist die einvernehmliche Regelung der Folgen einer Scheidung durch die Ehegatten möglich. Die Scheidungskonvention sollte am besten schon anlässlich der Einleitung des Verfahrens vor dem Richter vorliegen und diesem, zusammen mit dem gemeinsamen Scheidungsbegehren übergeben werden. Dies ist die effizienteste Weg und beschleunigt das Scheidungsverfahren massiv. Der Richter hat dann lediglich darüber zu entscheiden, ob der Scheidungswille beider Ehepersonen ernst gemeint ist, der Inhalt der Scheidungskonvention dem Gesetz und dessen Anforderungen genügt sowie ob die getroffenen finanziellen Regelungen in der Scheidungskonvention den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Ehegatten angemessen Rechnung tragen. Sollten die Ehegatten Kinder haben, so hat der Richter zudem sicherzustellen, dass diesbezügliche Regelungen in der Scheidungskonvention deren Wohl zum Ziel haben.

Scheidungsklage

Dagegen verfolgt mit einer Scheidungsklage nach Art.114 ZGB nur einer der Ehepartner gegen den Willen des anderen ein Scheidungsbegehren. Eine Scheidung wird hier rechtlich erschwert: Möglich ist eine Scheidung auf diesem Weg nur nach zweijährigem Getrenntleben oder bei Vorliegen eines wichtigen Grundes (schwerwiegende Gründe).

Nebenfolgen der Scheidung

Während der Ehe sind die Eheleute in vielfacher Hinsicht faktisch und rechtlich miteinander verbunden. Dazu gehören etwa finanzielle Verknüpfungen, Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern und gemeinsame Anschaffungen. Mit der Scheidung müssen diese Themen einer Regelung zugeführt werden. Häufig bergen gerade die Scheidungsfolgen rechtlich schwierige und hochstreitige Bereiche. Typische Scheidungsfolgen sind etwa Belange der Kinder wie Unterhalt, Besuchsrecht und elterliche Sorge, Unterhaltsfragen zwischen den Eheleuten einschliesslich dem nachehelichen Unterhalt, die Auf- und Zuteilung der ehelichen Wohnung oder Immobilie, Aufteilung der Pensionskassenguthaben und die güterrechtliche Aufteilung.

Können sich die scheidungswilligen Parteien in der Scheidungskonvention nicht oder nur teilweise über die Nebenfolgen einigen, muss das Gericht Entscheidungen zu teilweise oder ganz streitigen Punkten treffen.

Scheidungsfolgen: Unterhaltszahlungen

Unterhaltszahlungen sind gegenüber den Kindern und unter Umständen auch gegenüber einem Ehepartner zu leisten. Entscheidend für die Höhe des Ehegattenunterhalts sind die Umstände des Einzelfalls und die finanzielle Situation der Beteiligten. Der Richter legt diesen Unterhalt fest, so sich die Beteiligten nicht bereits einigen konnten. Beim Kindesunterhalt regelt jeder Kanton die Höhe etwas anders. Dabei kann der konkrete Bedarf des Kindes eine Rolle spielen, nach Tabellen der Unterhalt bestimmt werden (Tabelle Kt. Zürich) oder die sogenannte Prozentregel Anwendung finden.

Scheidungsfolgen: Güterrechtliche Aufteilung

Ehepartner können vor und während der Ehe die güterrechtliche Auseinandersetzung mithilfe eines Ehevertrages regeln. Gibt es einen solchen Vertrag nicht, gilt grundsätzlich das Prinzip, dass eine gegenseitige Rücknahme von Vermögenswerten und eine Regelung der gegenseitigen Schulden zwischen den Ehepartnern zu erfolgen hat. Im Zuge dessen nimmt jeder Ehepartner seine Vermögenswerte aus dem Besitz des anderen Ehepartners zurück.
Es kommen Ansprüche auf einen anteilsmässigen Mehrwert in Betracht, wenn einer der Ehepartner ohne Gegenleistung in Vermögenswerte des anderen investiert hat. Weiterhin werden jeweils Vorschläge zwischen Ehepartnern zum Ausgleich berechnet, bei dem die jeweiligen Eigengüter und Mehrwerte berechnet werden. Am Ende hat jeder Ehepartner Anspruch auf 50 % des jeweiligen anderen Vorschlages und auf die Verrechnung von Forderungen.

Scheidungsfolgen: Sorgerecht und Besuchsrecht

Kinder spielen nicht nur dann eine Rolle bei der Scheidung, wenn es um die Kinderalimente geht. Auch wenn die gemeinsame elterliche Sorge heute der rechtliche Regelfall ist, streiten Eltern bei der Scheidung nicht selten über Betreuungs- und Besuchsrechte. Hier muss eine verbindliche Regelung im Sinne der Kinder und deren Wohl gefunden werden. Die Kindesschutzbehörde kann involviert werden und Massnahmen zur Durchsetzung des Kindeswohls treffen.

Die Scheidung erfordert rechtliche Begleitung

Selbst bei der einvernehmlichen Scheidung ist kompetenter Rechtsrat gefragt, etwa bei Abfassung und Prüfung der Scheidungskonvention. FragDenAnwalt bietet anwaltliche Unterstützung bei der Scheidung zum Fixpreis an. Schauen Sie sich unsere Fixpreisangebote an und wählen sie den transparenten, sicheren Weg.

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