Unterhaltszahlungen, Kindesunterhalt Sorgerecht – ein Überblick rund um die Folgen einer Scheidung

Montag, 14.November 2016
Unterhaltszahlungen, Kindesunterhalt Sorgerecht – ein Überblick rund um die Folgen einer Scheidung

 

Einen generellen Anspruch auf Unterhaltszahlungen gibt es nicht. Die Ehepartner sind nach einer Scheidung im Allgemeinen selber für ihr Einkommen zuständig und müssen jeweils selber schauen, dass sie – ohne ergänzende Unterhaltszahlungen – für ihren Lebensunterhalt selbständig aufkommen können.

 

In welchen Fällen sind Unterhaltszahlungen geschuldet

Ob Unterhaltszahlungen zugesprochen werden, ist unter anderem davon abhängig, wie lange die Ehe gedauert hat und wie die Rollenaufteilung während den Ehejahren war. Dabei spielt das Alter, die Ausbildung, die künftigen Verdienst- und Karrieremöglichkeiten der Eheleute eine Rolle. Anhand dieser Kriterien kann sich ein finanzieller Anspruch des einen Ehepartners an den anderen ergeben. Zumindest für eine bestimme Zeit. Sind Kinder im Spiel, so ist dieser Umstand natürlich ebenfalls zu berücksichtigen, da der Ehegatte, welcher den grösseren Teil der Kinderbetreuung leistet, finanzielle Einkommenseinbussen hinnehmen muss aufgrund der zeitintensiven Betreuungsaufgabe.

 

Wie funktioniert die Berechnung von Unterhaltszahlungen

Abhängig von der vorherrschenden finanziellen Situation der jeweiligen Eheleute, entscheidet ein Gericht über die Höhe der zu leistenden Unterhaltszahlungen:

  • Zum einen werden die finanziellen Bedürfnisse der jeweiligen Eheleute berücksichtigt, das heisst, wie hoch ist die Miete, welche Ausgaben fallen bei der Krankeitsvorsorge an, wie hoch ist die steuerliche Belastung usw.
  • Zum anderen werden die Einkommen des Paares angeschaut. Wie viel Geld verdient der einzelne? Dabei soll durch die Unterhaltszahlungspflicht nicht die Existenz des Zahlungspflichtigen gefährdet werden

Basierend auf diesen Kriterien wird von Ihnen oder aber von dem zuständigen Gericht eine Vereinbarung über die Unterhaltszahlungen getroffen. Damit diese in Kraft tritt und verbindlich wird, hat der Richter sie zu genehmigen.

 

Der Kindesunterhalt

Beide Elternteile sind auch nach der Auflösung der Ehe nach wie vor verpflichtet, für die gemeinsamen Kinder zu sorgen. Dies sicherlich bis zu deren 18. Lebensjahr respektive bis zum Abschluss der Erstausbildung des Kindes.

Wie hoch die Unterhaltszahlungen sind hängt davon ab, was der Bedarf des Kindes ist. Es kann aber auch pauschal eine Unterhaltszahlung in Höhe von ca. 10% – 15% (bei einem Kind) respektive 20% – 25% (bei zwei Kindern) des Netto-Einkommens des Unterhaltspflichtigen angenommen werden. Hierüber entscheidet das Gericht, welches die Höhe der Unterhaltszahlung festlegt.

 

Sorgerecht – alleiniges Sorgerecht

Der Ehegatte, welchem die alleinige elterliche Sorge zusteht, ist in seinen finanziellen Verdienstmöglichkeiten aufgrund der Betreuungspflicht eingeschränkt. Er/sie leistet seinen Teil des Unterhalts nicht in pekuniärer Form sondern durch die Zeit, welche er für die Betreuung der Kinder aufwendet. Jener Ehegatte, welchem die elterliche Sorge nicht zugeteilt wurde, muss daher seinen nicht geleisteten, zeitmässigen Betreuungsanteil durch Unterhaltszahlungen jeden Monat kompensieren. Dies höchstens in einer Höhe, welcher seine/ihre Existenz nicht gefährdet.

 

Sorgerecht – gemeinsames Sorgerecht

Damit die Eltern das gemeinsame Sorgerecht beantragen und gegebenenfalls auch zugesprochen bekommen, müssen sich die Ehegatten vorgängig über die Ausgestaltung der Unterhaltszahlungen geeinigt haben. Nur dann wird die Teilung des Sorgerechts akzeptiert und bewilligt.

 

Ausbleiben der Unterhaltszahlungen

Sollte der zu Unterhaltszahlungen verpflichtete Elternteil seine Pflicht nicht erfüllen, d.h. die Unterhaltszahlungen gar nicht, nicht vollständig oder nicht pünktlich entrichten, so kann der unterhaltsberechtigte Ehegatte folgende Schritte einleiten:

  • Als berechtigter Unterhaltsempfänger/in kann man beim Gericht die sog. Schuldneranweisung verlangen. Dies bewirkt, dass beim Unerhaltszahlungspflichtigen jener Betrag, der zur Deckung der vollen Unterhaltszahlungen notwendig ist, direkt vom Lohn abgezogen werden.
  • Die kantonalen Behörden haben die Pflicht, bei der Einforderung der Unterhaltszahlungen behilflich zu sein, indem sie eine Inkassohilfe anbieten respektive die ausgebliebenen Zahlungen vorstrecken.
  • Betreibung. Fällige Unterhaltszahlungen können in der Gemeinde, in welcher der Unterhaltszahlungspflichtige wohnt, durch Betreibungsbegehren eingefordert werden.

Zur Bestrafung des Unterhaltsverpflichteten, der – obwohl er in der Lage wäre – seiner Zahlungspflicht nicht nachkommt, können Sie ein Strafverfahren einleiten.

Eine rechtzeitige anwaltliche Beratung ist bei Fragestellungen rund um Unterhaltszahlungen, Kindesunterhalt sowie bei Sorgerechtsthemen generell empfehlenswert. Lassen sich so doch teure Folgekosten und mühsame Komplikationen schon im Voraus vermeiden. Insbesondere kennen Sie dann bereits Ihre Rechte und vor allem Ansprüche, welche bei fehlender Kenntnis schnell einmal vergessen und somit endgültig verloren gehen können

 

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