Mietrecht – Welche Rechte habe ich als Mieter

Montag, 14.November 2016
Mietrecht – Welche Rechte habe ich als Mieter

 

Im Mietrecht treffen recht ungleiche Parteien aufeinander: Auf der einen Seite der Vermieter als wirtschaftlich überlegene Partei, die sich um den Erhalt der Wohnimmobilie und dessen monetäre Nutzbarmachung sorgt. Auf der anderen Seite der regelmässig wirtschaftlich schlechter gestellte Mieter, der an bezahlbaren und ordentlich nutzbarem Wohnraum interessiert ist. Dabei sind Mietwohnungen in vielen Regionen ein sehr rares Gut geworden sind. Das Mietrecht muss also einen Ausgleich der Interessenlagen schaffen. Deshalb sind die Mieterrechte in größerem Umfang gesetzlich geregelt.

Fünf typische Problemfelder für den Mieter

Den Mieter einer Wohnung beschäftigen fünf Themenkreise besonders:

1. Was muss und was darf in einem Mietvertrag stehen?

2. Unter welchen Umständen kann der Vermieter den Mietzins erhöhen und entspricht der Mietzins dem üblichen Rahmen?

3. Was tun, wenn Mängel in der Mietwohnung auftreten?

4. Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen im Mietrecht, wenn der Vermieter das Mietverhältnis kündigt?

5. Was ist zu tun, wenn aus der Nachbarschaft oder Umgebung Belästigungen (Immissionen) auftreten?

Der Mietvertrag

Der Mieter sollte bei Abschluss des Mietvertrages darauf achten, dass der Vertrag mindestens Aussagen zu folgenden Elementen trifft:

  • exakte Aussagen zu den Mietvertragsparteien
  • genaue Aussagen zum Zustand der Mietsache
  • Angaben zur Mietdauer
  • Aussagen zum monatlichen Mietzins und zu den Mietnebenkosten
  • eventuell Aussagen zu einem Mietdepot und einer möglichen Zustimmung zur Untervermietung

Mietzins – Reduktionen und Erhöhungen im Mietrecht

Das Mietrecht sieht hier Mieterrechte in zwei Richtungen vor. Einerseits kann der Mieter unter bestimmten Umständen eine Mietzinsreduktion verlangen, andererseits kann er unter Umständen gegen eine Mietzinserhöhung durch den Vermieter rechtlich vorgehen.

Eine Reduktion des Mietzinses kann verlangt werden, wenn sich die Berechnungsgrundlage in dem Mietverhältnis zum Beispiel bei einer Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes verändert hat, oder wenn der Mieter beim Einzug in die Wohnung feststellt, dass er erheblich mehr zahlen muss als der Vormieter. Auch bei Mängeln oder anderen wertmindernden Umständen kommt eine Reduktion in Frage. Zum Verfahren beraten wir Sie gern.

Der Mietzins kann jederzeit auf den nächstmöglichen Kündigungstermin erhöht werden. Hierfür sieht das Mietrecht vor, dass der Vermieter einige Formalien einhalten muss. Unter anderem muss die Erhöhung  schriftlich mit einem von dem jeweiligen Kanton genehmigten Formular dem Mieter angezeigt werden. Anerkannte Gründe können in einer Erhöhung des Referenzzinssatzes, in der allgemeinen Teuerung, in höheren Unterhaltskosten für die Immobilie oder in entsprechenden Investitionen in das Haus zu sehen sein.

Haben Sie als Mieter Zweifel an der Rechtmässigkeit der Erhöhung, können Sie sich an die zuständige Schlichtungsbehörde wenden. Diese Schlichtungsstelle berät Sie und ist Ihr Ansprechpartner für eine mögliche Anfechtung der Mieterhöhung.

Mängel der Mietsache im Mietrecht

Ihr Vermieter ist verpflichtet, von Ihnen gemeldete Mängel innerhalb einer ihm gesetzten Frist zu beseitigen. Unterbleibt dies, können Sie den Mietzins hinterlegen und eine Mietzinsreduktion verlangen. Die Schlichtungsstellen und wir können Sie dabei unterstützen.

Kündigung des Mietvertrages durch den Vermieter

Ihr Vermieter muss Ihnen die Kündigung des Mietvertrages auf einem vom Kanton genehmigten Formular bekannt geben. Dabei sind entsprechende im Mietrecht gesetzlich oder vertraglich festgelegte Fristen sowie Termine zu beachten. Bei Mietwohnungen ist eine Kündigungsfrist von mindestens drei Monaten festgelegt. Das Kündigungsformular enthält Angaben dazu, wie man eine Kündigung anfechten kann, etwa wenn sie gegen Treu und Glauben verstösst. Lassen Sie sich bei uns zu den Details beraten.

Immissionen aus der Nachbarschaft

Die verschiedenen Immissionen fallen in die Verantwortlichkeit verschiedener Träger.

Für Lärmbelästigungen durch Nachbarn sind die lokalen Polizeibehörden zuständig.

Bei Belästigungen durch Baulärm sind je nach den Umständen der Verursacher selbst, die Gemeinde oder auch die Kantone/ der Bund Ansprechpartner.

Im Zweifel als Mieter rechtsanwaltlichen Rat einholen

Da Streitigkeiten im Mietrecht sehr massiv in den Alltag und die Privatsphäre des Mieters eingreifen, sind sie meist sehr belastend.

Zögern Sie als Mieter deshalb nicht, sich rechtzeitig kompetent beraten zu lassen. Dies kann zum Beispiel zu Beginn eines neuen Mietverhältnisses sein, bei der es um die Prüfung des Mietvertrages geht oder anlässlich einer Mieterhöhung. Wir kommen Ihnen dabei mit unseren Festpreisen für bestimmte Leistungen entgegen. Nutzen Sie unser Mietrecht-Support Fixpreis-Paket und holen Sie sich juristische Gewissheit.

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